
Über Hintergründe und Alternativen informiert und diskutiert Eva Bulling-Schröter
Elf weitere Jahre setzt die Koalition auf die Atomkraft. Das ist kein Ausstiegsbeschluss, sondern ein gefährliches Spiel mit der Sicherheit der Bevölkerung.
Die sieben ältesten Atomkraftwerke sowie das AKW Krümmel sollen nicht wieder ans Netz gehen. Die anderen AKWs sollen „schrittweise bis Ende 2022“ stillgelegt werden. Über die konkreten Restlaufzeiten der einzelnen AKWs sagt die Regierung nichts. Der Kraftwerkspark in Deutschland ist derart überdimensioniert, dass sofort elf Atomkraftwerke vom Netz gehen könnten – ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Ein vollständiger Atomausstieg ist bis Ende 2014 technisch machbar. Es gibt keinen verantwortbaren Grund die AKWs über dieses Jahr hinaus weiterlaufen zu lassen.
Bei den erneuerbaren Energien setzt die Bundesregierung weiterhin auf die Energieriesen. Mit einem nicht näher ausgeführten Kraftwerksförderprogramm sowie einem fünf Mrd. Euro starken KfW-Programm für kapitalintensive Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee sollen Großinvestoren gefördert werden. Die Unterstützung dezentraler Windkraft auf dem Land wird hingegen zusammengestrichen. Für den Ausbau vornehmlich fossiler Kraftwerksleistung soll ein Planungsbeschleunigungsgesetz erlassen werden. So wird es keine sozial-ökologische Energiewende geben.
Vortrag mit Diskussion mit der Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Eva Bulling-Schröter
Mittwoch, den 15.Juni.2011 um 19:30 Uhr
Gaststätte Hohe Schule, Goldknopfgasse 7, Ingolstadt
Jeder kann sich beteiligen
Ein Ergebnis der Energiekonferenz in Ingolstadt am 1.6.2011 ist die Einführung zweier Arbeitskreise:
Hier kann sich jede und jeder Ingolstädter beteiligen. Macht davon reichlich Gebrauch und meldet euch an unter:
In unserer Region finden weiterhin Mahnwachen für den Ausstieg aus der Kernenergie statt:
am 15. Mai fand in Pfaffenhofen eine Mitgliederversammlung statt. Dort wurde lebhaft über die zukünftige AUsrichtung des Ortsverbandes diskutiert.
Bei der Wahl des Ortsvorstandes verständigte sich der Ortsverband auf eine Doppelspitze:
Gewählt wurden Christine Sawinski und Michael Frisch
Der Neuburger Ortsverband der Partei DIE LINKE protestiert anlässlich des Neuburger Flugtages gegen die Zurschaustellung von modernster Waffentechnik. Die Flugvorführungen bzw. Tiefflüge über Wohngebiete gefährdeten rücksichtslos und ohne Notwendigkeit die Bevölkerung, so in einer Presseerklärung. „Wenn schon militärische Feierlichkeiten sein müssen, dann können sie auch ohne großes Tamtam stattfinden!“
Nachtschichtarbeiter, Kinder, Kranke und ältere Menschen seien schon einige Tage vorher durch die Übungsflüge in ihrer Gesundheit beeinträchtigt worden. Und das, obwohl Tiefflüge seit langem verboten sind.
Außerdem sei durch den Schadstoffausstoß die Umwelt massiv belastet worden. So verbraucht zum Beispiel das Waffensystem Phantom in einer einzigen Flugstunde ca. 6.800 Liter Kerosin, ein Eurofighter 3.500 Liter. Dies entspricht einem Kohlendioxidausstoß von ca. 11.000 Kilogramm. Allein der Start eines einzigen Eurofighters hat im Vergleich einen Verbrauch von 3.000 Mittelklasse-PKWs.
Die LINKE betrachtet es als enorme Verschwendung von Steuergeldern, wenn nur wegen eines Jubiläums und der verherrlichenden Darstellung von Waffen und sonstigem Kriegsgerät riesige Kosten den Bürgern aufgebürdet werden. Um die angefallenen Kosten abschätzen zu können, verweisen die LINKEN, dass eine einzige Flugstunde des Eurofighters vom Verteidigungsministerium mit ca. 74.000 Euro angegeben wird.
„Wozu werden solche militärische Flugshows überhaupt durchführt, obwohl wir von keinem Land der Erde bedroht werden?“, so der Ortsverbandssprecher der LINKEN Roland Keller. Man dürfe auch nicht vergessen, dass zahlreiche Soldaten des Neuburger Jagdgeschwaders zunehmend in Auslandseinsätzen beteiligt sind. Den Bürgern werde durch solche Veranstaltungen der Wandel der Bundeswehr von einer Verteidigung- zu einer Interventionsarmee verschleiert. „Wenn man die deutsche Geschichte zurückverfolgt, so war das Volk vor einem Krieg immer voll begeistert, nur nach einem Krieg wollte dann keiner mehr dabei gewesen sein!“, so die kritische Warnung in der Pressemitteilung.
Roland Keller
Sprecher des Ortsverbandes Neuburg
Da die Bundeswehr wohl auch diese Jahr am Bürgerfest auftreten wird, um für den Beruf des Soldaten zu werben, wird es dieses Jahr auch Aktionen einer Gegenöffentlichkeit gegen die Verklärung dieses Berufes geben. Weitere Informationen werden noch bekannt gegeben.
Im Rahmen der Programmdebatte sind folgende zwei Veranstaltungen in Vorbereitung: