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22. November 201015:45

Des Herren Geldquellen sind vielfältig

Leserbrief

zu dem Artikel „Und den Bischof zahlt der Staat“ im Donaukurier vom 20/21.11.2010

Dass die Kirche aus Steuergeldern zusätzlich zur Kirchensteuer finanziert wird, wissen die wenigsten. Im Klartext: Zu Steuergeldern gehört auch die Mehrwertsteuer, das heißt, auch wenn sich Kinder einen Lutscher kaufen, zahlen sie mit an die Kirche. Im Geschäftsjahr 2009/2010 haben beide Kirchen in Bayern zusätzlich zur Kirchensteuer 87,2 Millionen Euro gekriegt. Im selben Jahr haben die sieben katholischen Bistümer in Bayern 1,2 Milliarden Euro an Kirchensteuer eingenommen. Es wäre ein Prozentsatz von rund 0,06 Prozent nötig gewesen um die eigenen Bischöfe selbst zu bezahlen.

Die Gehälter dieser Kirchenfürsten können sich sehen lassen. Der Bischof Walter Mixa zum Beispiel bekommt jetzt noch 5.000 Euro monatlich. Beide Kirchen berufen sich auf den Reichsdeputations-Hauptschluss aus dem Jahre 1803, als die Kirche teilweise enteignet wurde. Der Vertrag regelt Entschädigungen, von Ewigkeitszahlungen war nie die Rede. Wenn die beiden Herren Generalvikar Isidor Vollnhals und Finanzdirektor Domdekan Willibald Harrer behaupten, die „Kirchlichen Kindergärten und Schulen sind ein Zuschussbetrieb“, fällt schwer es zu glauben bei der Tatsache, dass man Kirchen im Zusammenhang mit „karitativen Aufgaben“ nur beobachten kann, wenn es jemand anders bezahlt. De facto heißt es doch: Bezahlen tust du, das Sagen habe ich! Das leuchtende Beispiel ist der oben genannte Bischof Mixa, der Wein für mehrere Tausend DM bestellt, sich ihn aber vom Waisenhaus bezahlen ließ. So sieht die „urchristliche Sendung“ in Einrichtungen aus, bei denen die Kirche beteiligt ist.

Die genannten Zahlen wurden entnommen der Sendung Frontal.

Mit freundlichen Grüßen
Rigobert Hacker

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkTrackback-Link
Tags: finanzierung, kirche, steuer
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