Wege zu Denkblockaden?
Leserbrief
Zu den Artikeln „Kommunistische Sehnsucht“ und „Es darf keine Denkblockaden geben“ im Donaukurier vom 11.01.2011
Nach meiner Meinung wird sehr überzogen auf das Wort „Kommunismus“, das im Artikel von Gesine Lötzsch vorkommt, reagiert. Wie die Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter schon gesagt hat, fiel dieser Begriff ein einziges Mal und wird von den Journalisten massiv aufgebauscht. Die Behauptung „Die Sehnsucht nach Kommunismus ist in der Linken weit verbreitet“, möchte ich aber vehement und mit allem Nachdruck zurück weisen.
Ich würde empfehlen, dass Herr Til Huber bei einer der Veranstaltungen der Linken teilnimmt, dann könnte er sich vor Ort selbst ein Urteil bilden. Er müsste feststellen, dass bei den „Treffs“ Themen der Solidarität, der Gerechtigkeit, der Humanität und der Menschenwürde behandelt werden. Dies alles sind Themen, die sogar in unserer Verfassung stehen, nur nicht umgesetzt werden. Das Thema Menschenwürde zum Beispiel: Wie soll man Menschenwürde verstehen, wenn die Anzahl der Menschen, die unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten, ihren Kindern nicht einmal warme Schuhe kaufen können? Wenn viele Menschen trotz Arbeit zum Amt gehen müssen, um Geld zum Überleben erbetteln zu müssen? Im Grundgesetz steht auch „Eigentum verpflichtet“, es fragt sich nur, wozu? Wie steht es eigentlich um die Banker und Manager, denen wir diese Krise zu verdanken haben und als „Strafe“ Millionen an Bonis zugesprochen kriegen? Man könnte diese Beispiele endlos fortführen.
Der Aussage, dass der Kommunismus bisher nie und nirgends auf Staatsebenen funktioniert hat, kann man durchaus zustimmen. Dass aber das momentan herrschende System des „Raubtierkapitalismus“ auch menschenverachtend ist, steht außer Diskussion. Nicht vergessen werden darf, dass Kapitalismus auch verantwortlich ist für Hochrüstung und für immer neue Kriege. Die Folgen zeigen sich im Abbau von Sozialleistungen, zum Beispiel im Gesundheitswesen.
Es müssten in der Öffentlichkeit mehr die Grundanliegen der Linken dargestellt werden: Abzug aus Afghanistan, keine Rente mit 67, Einführung flächendeckender Mindestlöhne, Abschaffung von Hartz-IV und Leiharbeit. Was wir brauchen ist weder Kommunismus noch Kapitalismus, sondern ein demokratischer Sozialismus, der den Menschen und nicht nur dem Profit zugute kommt.
Mit freundlichen Grüßen
Maximilian Seitz
