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9. Juni 201118:00

„Flugtag des Neuburger Jagdgeschwaders“

9. Juni 2011

DIE LINKE zeigt sich empört über verherrlichende Darstellung von Kriegsgerät

Bundeswehr raus aus Afghanistan!

Der Neuburger Ortsverband der Partei DIE LINKE protestiert anlässlich des Neuburger Flugtages gegen die Zurschaustellung von modernster Waffentechnik. Die Flugvorführungen bzw. Tiefflüge über Wohngebiete gefährdeten rücksichtslos und ohne Notwendigkeit  die Bevölkerung, so in einer Presseerklärung. „Wenn schon militärische Feierlichkeiten sein müssen, dann können sie auch ohne großes Tamtam stattfinden!“ 

Nachtschichtarbeiter, Kinder, Kranke und ältere Menschen seien schon einige Tage vorher durch die Übungsflüge in ihrer Gesundheit beeinträchtigt worden. Und das, obwohl Tiefflüge seit langem verboten sind. 

Außerdem sei durch den Schadstoffausstoß die Umwelt massiv belastet worden. So verbraucht zum Beispiel das Waffensystem Phantom in einer einzigen Flugstunde ca. 6.800 Liter Kerosin, ein Eurofighter 3.500 Liter. Dies entspricht einem Kohlendioxidausstoß von ca. 11.000 Kilogramm. Allein der Start eines einzigen Eurofighters hat im Vergleich einen Verbrauch von 3.000 Mittelklasse-PKWs.

Die LINKE betrachtet es als enorme Verschwendung von Steuergeldern, wenn nur wegen eines Jubiläums und der verherrlichenden Darstellung von Waffen und sonstigem Kriegsgerät riesige Kosten den Bürgern aufgebürdet werden. Um die angefallenen Kosten abschätzen zu können, verweisen die LINKEN, dass eine einzige Flugstunde des Eurofighters vom Verteidigungsministerium mit ca. 74.000 Euro angegeben wird.

„Wozu werden solche militärische Flugshows überhaupt durchführt, obwohl wir von keinem Land der Erde bedroht werden?“, so der Ortsverbandssprecher der LINKEN Roland Keller.  Man dürfe auch nicht vergessen, dass zahlreiche Soldaten des Neuburger Jagdgeschwaders  zunehmend in Auslandseinsätzen beteiligt sind. Den Bürgern werde durch solche Veranstaltungen der Wandel der Bundeswehr von einer Verteidigung- zu einer Interventionsarmee verschleiert.  „Wenn man die deutsche Geschichte zurückverfolgt, so war das Volk vor einem Krieg immer voll begeistert, nur nach einem Krieg wollte dann keiner mehr dabei gewesen sein!“, so die kritische Warnung in der Pressemitteilung.

Roland Keller
Sprecher des Ortsverbandes Neuburg

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkTrackback-Link
Tags: militär, bundeswehr, flugtag, neuburg, krieg
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