Gestaltung der Ingolstädter Innenstadt
Stellungnahme zu den Vorschlägen „Action Innenstadt“
Grundsätzlich begrüßt DIE LINKE.Stadtratsgruppe Bürgerschaftliches Engagement und findet daher die Vorschläge diskussionswürdig.
Um auf alle Vorschläge im Detail eingehen zu können bedarf es einer ausgewogenen Diskussion zu der wir auch gerne die Initiatoren einladen würden. Wir möchten jedoch schon jetzt auf einige Punkte eingehen, bei denen wir ähnlicher Meinung sind, bzw. die wir mit den Initiatoren teilen.
1. Der nördliche Teil des Theresienplatzes wird Fußgängerbereich. Im Sommer wird - statt eines Brunnens in diesem Bereich eine oberflächige Wasserfläche, die insbesondere Familien mit Kindern zum Planschen einlädt, installiert (vgl. Stadtplatz Pfaffenhofen). Im Winter kommt an diese Stelle eine stationäre Eisbahn, wie schon von IN-City angeregt. Auch in München ist beispielsweise der Stachus im Sommer ein Brunnen und im Winter eine Eisfläche.
DIE LINKE.Stadtratsgruppe ist ebenso für eine Erweiterung der Fußgängerzone. Wir wissen dass Fußgängerzonen dem ansässigen Einzelhandel meist gefördert und nicht geschadet haben.
2. Münstervorplatz:
- Die Grünfläche (Hundewiese) wird gepflastert
- Unter die schattigen Bäume kommen Sitzgelegenheiten
- Der Platz gehört in der Nacht ordentlich ausgeleuchtet
Bei einer durchaus vorstellbaren Bepflasterung der Grünfläche sollte besonders darauf geachtet werden das dieser Platz nicht einen Charakter wie der Rathausplatz bekommt, sondern ein „Platz der Gemütlichkeit“ wird, der Wärme und Geborgenheit ausstrahlt.
3. Nord-Süd-Achse
- Die Nord-Süd-Achse durch die Innenstadt wird von Bussen und Taxis freigemacht.
- Stattdessen verkehrt in der Straßenmitte eine Stadtbahn vom Rathausplatz bis zum Omnibusbahnhof. Vor allem bei einem Umbau der Harderstraße sollte man sich diese Möglichkeit in keinem Fall verbauen. Haltestellen wären der Rathausplatz, der Schliffelmarkt, Kaisheimerhaus(Ingobräugelände) und Omnibusbahnhof. Damit wäre auch die Anbindung der großen Parkfläche am Volksfestplatz gewährleistet und würde eventuell auch die eine oder andere Tiefgarage ersparen. Die Geschwindigkeit dieser Bahn könnte jedenfalls in der Innenstadt so langsam sein, dass man während der Fahrt auf und absteigen kann. Eine solche Bahn wäre nicht nur verkehrstechnisch eine Lösung, sondern bei entsprechender Ausführung auch eine Tourismusattraktion, sowie eine teuer zu vermarktende Werbefläche
DIE LINKE.Stadtratsgruppe ist seit jeher eine große Befürworterin einer Stadtbahn. Wir sehen darin eine echte verkehrspolitische Alternative nicht nur für die Innenstadt. In diese Diskussion sollten unbedingt die Bereiche Hauptbahnhof, ZOB, Nordbahnhof, Audi, Westpark und Klinikum mit einbezogen werden. Denkverbote sollte es dabei nicht geben
4. bestehende Fußgängerzone
- Mülleimer werden regelmäßig gereinigt und nicht nur geleert. Die Reinigung gilt auch für Verteilerkästen (siehe beispielsweise Obere Apotheke / Ecke Theresienstr. oder vor dem MC Donald). Auch wir ärgern uns über den fehlenden Anstand mancher Mitbürger. Nur ändert dies nichts daran, dass man das versiffte Erscheinungsbild nicht länger so lassen kann- Die alten vergilbten Lampen werden ausgetauscht
- Die Waschbetonkübel hinter dem Münster, an der hohen Schule und in der Fußgängerzone kommen weg. Wenn das Gartenamt zeitlich überfordert sein sollte, lieber gar nichts aufstellen als diese hässlichen Hindernisse
- Die Bänke werden ausgetauscht. Hierzu bedarf es keiner künstlerischen Ausschreibung, sondern eines Blickes in Kataloge oder in andere Städte. Bei unserer Besprechung mit dem Oberbürgermeister am 4.3.2011 in Anwesenheit der Stadtbaurätin Frau Preßlein Lehle wurde zugesagt, dass sich das Stadtbauamt darum kümmern werde. Inzwischen sind mehr als 3 Monate ins Land gegangen, ohne dass wir seither irgendetwas gehört, geschweige denn gesehen hätten.
DIE LINKE.Stadtratsgruppe findet die Vorschläge zur Verschönerung der Innenstadt richtig und gut, möchte diese jedoch ein einem Gesamtkonzept zur Gestaltung der Innenstadt eingebettet sehen.
5. Hohe Schule
Diese ist entsprechend unserem Antrag und Wunsch inzwischen beschlossene Fußgängerzone. Das in sich geschlossene Areal eignet sich hervorragend für kleine und feine Veranstaltungen. Wir erinnern nur daran, dass hier das Altstadtfest der Vorläufer des Bürgerfestes seinen Ursprung hatte. Der Platz um die Hohe Schule sollte sich deshalb als fester, aber insbesondere besonders stimmiger Veranstaltungsraum etablieren.
- Im Frühjahr könnte zeitlich passend an einem ganzen Wochenende der Verkündung des bayerischen Reinheitsgebots mit einem kleinen Fest gedacht werden- Im Herbst sollte statt dem um sich greifenden amerikanischen Halloween an der Hohen Schule ein Frankenstein und Illuminatenfest initiiert werden.
- Ein besonderes Anliegen wäre uns ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt an diesem Platz mit speziellen Angeboten und einer historischen Ausrichtung. Stimmungsvoller ginge es nicht mehr. Ein Veranstalter müsste sich ohne weiteres finden lassen.
DIE LINKE.Stadtratsgruppe ist der Ansicht dass der Platz an der hohen Schule der schönste Platz unserer Stadt ist. Er sollte wesentlich mehr öffentliche Beachtung erfahren, und deshalb begrüßen wir einen Vorschlag wie den eines historischen Weihnachtsmarktes sehr. Ob dieser jedoch gleichzeitig, also in Konkurrenz zu einem Weihnachtsmarkt in der Ludwigstrasse oder am bisherigen Standort stattfinden soll, oder vielleicht abwechselnd, müsste ernsthaft geprüft werden.
