Trennung von den Stadtwerken
Stadtwerkestrom ist Bürgerstrom
Mit großer Verärgerung müssen wir heute aus dem Donaukurier erfahren, dass die städtischen Gebäudemanager ohne den Stadtrat auch nur zu informieren versuchen sich vom Stromlieferanten Stadtwerke zu trennen.
Im Hinblick auf die großen Verkündungen jetzt bei städtischen Gebäuden auf Ökostrom umzusteigen ist dies geradezu eine Verhöhnung der Bürgerinnen und Bürger.
Die vollmundigen Erklärungen unseres Ministerpräsidenten und unseres Oberbürgermeisters jetzt auf regionale Kreisläufe zu setzen sind kaum verklungen, da werden vermutlich die großen Energiekonzerne aus ganz Europa nach Ingolstadt eingeladen. Notfalls kann es dann wohl auch billiger Atomstrom aus dem tschechischen Temelin oder aus Frankreich sein.
Die Stadtwerke Ingolstadt wurden vor einigen Jahren teilprivatisiert. Das war der Jahrhundertfehler der Ingolstädter Kommunalpolitik. Nun kommt nur noch ein Teil der Stadtwerksgewinne unserer Stadt zu Gute. Wird der Auftrag an einen der großen europäischen Energiekonzerne vergeben geht Ingolstadt komplett leer aus.
Und auch das darf nicht vergessen werden: Bei den Stadtwerken finden viele Menschen unserer Stadt Arbeit. Es sind gute Arbeitsplätze, mit Tariflöhnen und Arbeitnehmerrechten.
Die beabsichtigte Trennung von den Stromlieferungen durch die Stadtwerke ist eine betriebswirtschaftliche Milchmädchenrechnung, die die Belange der Stadt als Ganzes aus den Augen verloren hat.
DIE LINKE bleibt dabei: Stadtwerkestrom ist Bürgerstrom. Für eine energiepolitische Wende sind die Stadtwerke unverzichtbar. Anstatt sich von der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken zu verabschieden, ist mehr kommunale Einflussnahme notwendig.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Hodek und Jürgen Siebicke
(Stadträte der LINKEN in Ingolstadt)
