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9. September 201114:00

Neuburger Jagdgeschwader

9. September 2011

Eine Flugstunde des Eurofighters kostet 76.961 Euro

Anfrage der Fraktion DIE LINKE an die Bundesregierung zum Neuburger Jagdgeschwader

Der Neuburger Ortsverband der Partei DIE LINKE initiierte über die Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter eine Anfrage an die Bundesregierung zum Neuburger Jagdgeschwader.

Dabei wurde nach den Flugstunden, den Flugbewegungen, dem Treibstoffverbrauch, den Gesamtkosten, den Kosten des Eurofighters, sowie dem Personalstand gefragt.

Die Antwort des Verteidigungsministeriums liegt inzwischen vor und wurde beim Stammtisch der Neuburger Linken ausführlich diskutiert. Maximilian Seitz erläuterte die vom Ministerium genannten Zahlen. Dabei sei festzustellen, dass durch die Einführung des Eurofighters die Flugstunden zurückgegangen sind. Dennoch wurden im Jahr 2010 insgesamt 4.831 Flugbewegungen registriert, sie sind maßgebend für Lärm- und Schadstoffbelastung im Umkreis des Flugplatzes. „Flugbewegungen beinhalten Starts, Landungen und Übungsanflüge am Flugplatz. Flüge durch die Kontrollzone, die nicht am Flugplatz an- bzw. abgeflogen sind, sind nicht aufgeführt“, so im Antwortschreiben.

An Treibstoff wurde 2010 insgesamt 6.594.099 Liter verbraucht. Dabei sei interessant, so Maximilian Seitz, dass ein Eurofighter pro Stunde durchschnittlich 3.500 Liter Flugkraftstoff verbraucht und dabei ca. 11.000 Kilogramm des für den Treibhauseffekt verantwortlichen Kohlendioxids erzeugt. Besonders beeindruckte die Anwesenden, dass die Kosten für eine einzige Flugstunde des Waffensystems Eurofighter sich abermals verteuert haben und mit 76.961 Euro angegeben werden.

Das Antwortschreiben zeigte auch, dass beim Neuburger Jagdgeschwader massiv Personal in den letzten Jahren abgebaut wurde. So waren 2010 noch 805 Soldaten, davon 171 Wehrpflichtige, und 192 Zivilangestellte beschäftigt, es gab also insgesamt 997 Arbeitsplätze. Im Vergleich dazu waren es vor zehn Jahren Jahr 2001 noch 1.899 Arbeitsplätze. Besonders zurückgegangen sind die Zivilbeschäftigten von 423 im Jahr 2001 auf jetzt 192.

Bemerkenswert sei auch die deutliche Zunahme der Soldaten an den Auslandseinsätzen. Waren es im Jahr 2007 noch 30 Soldaten, so waren im letzten Jahr bereits 76 Soldaten beteiligt.

Überrascht waren die Anwesenden, dass angeblich bei der Durchführung des Flugtages 2011 keine Kosten entstanden sind und dass diese Veranstaltung nach den Angaben des Verteidigungsministeriums ausgabenneutral durchgeführt worden sei.

Die Gesprächsrunde der Neuburger Linken diskutierte heftig über die bekannt gewordenen Zahlen des Verteidigungsministeriums und kam zu dem Schluss, dass durch den Militarismus und die abzulehnenden Auslandseinsätze eine enorme Steuergeldverschwendung stattfindet, während im Bildungs- und Sozialbereich diese Gelder dringend gebraucht würden.

Roland Keller
Sprecher des Ortsverbandes Neuburg

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkTrackback-Link
Tags: neuburg, bundeswehr, jagdgeschwader, militär, kosten, anfrage
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