Betriebsrätin in der Raststätte Holledau unerwünscht
Offener Brief einiger Kolleginnen
Drei Mitarbeiter im Auftrag der Holledauer — Belegschaft äußern sich zu den Vorwürfen gegen die 1. Betriebsratsvorsitzende Frau Anita Preitsameter.
In der Rastanlage Holledau stimmen viele der Lohnabrechnungen, selbst nach 4 Monaten, nach Übernahme durch die AUGA GmbH Gebr. Förster, noch immer nicht, so wie es im Artikel „Im Rasthaus rumort es", beschrieben wurde.
Dieser Artikel entspricht immer noch der Wahrheit.
Wir wollen mit diesem offenen Brief zeigen, wie Frau Preitsameter als Mensch ist.
Personenbeschreibung:
Frau Anita Preitsameter ist ein gütiger und hilfsbereiter Mensch, der es sich zum Lebensinhalt gemacht hat, aufgrund eigener schwerer Schicksalsschläge anderen Menschen zu helfen. Das was sie als Betriebsratsvorsitzende versucht, ist der Dank an die Mitarbeiter der Holledau, die sie auch in schweren Zeiten nicht im Stich gelassen haben. Dies gibt sie nun mit unermüdlichem Einsatz zurück.
Frau Preitsameter ist Betriebsratsvorsitzende der Holledau und nicht in Fürholzen tätig, deshalb können sich die dortigen Mitarbeiter überhaupt kein objektives Bild von Ihrer hervorragenden Arbeit machen.
Die Mitarbeiter der Holledau sprechen sich in einer Unterschriftenaktion ganz klar gegen die Kündigung wegen „Störung des Betriebsfriedens" aus. Frau Preitsameter wollen mehr als 87.5 % der Belegschaft in der Holledau als Betriebsratsvorsitzende behalten. Das in der Presse wiedergegebene Bild stimmt in dieser Form nicht.
Sie ist Mitglied der FFW und diversen anderen Vereinen, spendet und unterstützt Menschen in Not. Schon immer und nicht erst jetzt. Die Belegschaft der Holledau weiß um Ihre Hilfsbereitschaft.
In einem freien Deutschland, wo es ein Recht auf freie Meinungsäußerung gibt, zu leben, erfüllen Frau Preitsameter mit Stolz und Vertrauen auf die deutsche Rechtssprechung. Ihr Motto: Es gibt Dinge, die man für Geld nicht kaufen kann, nämlich Gesundheit und die Liebe eines Menschen. Dies alles macht sie sympathisch und lässt sie alle Unterstützung aus Mitarbeiterkreisen und der Gewerkschaft NGG (Regensburg) erfahren.
Ihr Kündigungsverfahren wird am 08. November 2011 um 11:30 Uhr vor dem Arbeitsgericht Ingolstadt verhandelt.
Maria Krammer, Margret Haltmair, Annemarie Gump
Neue Pächter - neue Regeln?
Die Raststätte Holledau an der A9 in Richtung München wurde zum 30.6.2011 von der AUGA GmbH aus Schwarzenbruck übernommen. Die AUGA GmbH wird von den Brüdern Thomas und Michal Förster geführt. Thomas Förster ist im Übrigen auch 2. Vizepräsidenten des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bayern).
Seit der Übernahme der neuen Betreiber wurden zahlreiche Umstrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Die firmeneigene Bäckerei & Konditorei wurde geschlossen, die Verwaltung wurde zentralisiert und zuletzt wurde die Reinigungsarbeiten fremd vergeben. Zur Zeit der Betriebsübernahme am 30. Juni 2011 waren in der Raststätte Holledau mehr als 100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Diese Beschäftigtenzahl ist durch nun bereits auf unter 70 Kolleginnen und Kollegen abgesunken.
Der ansässige Betriebsrat (BR), der sehr gut mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zusammenarbeitet, hat im Rahmen seiner betriebsverfassungsrechtlichen Möglichkeiten alles Mögliche getan, die Arbeitsbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen positiv zu gestalten.
Die neue Geschäftsführung hat von Anfang an die Mitbestimmungsrechte des BR, wie auch grundsätzliche gesetzliche Grundlagen ignoriert bzw. mit Füßen getreten.
Auch ein zwischenzeitlich stattgefundenes Gespräch zwischen den neuen Arbeitgebern, deren Rechtsvertretung sowie Betriebsrat unterstützt durch unseren Landesbezirksvorsitzenden, Hans Hartl (Gewerkschaft NGG Bayern) konnte keine Befriedung der Situation herbeiführen.
Ganz im Gegenteil. Nach einem Artikel aus dem Donaukurier vom 6. September 2011 wurde nun dem BR ein Antrag auf Zustimmung zur außerordentlichen Kündigung unserer Kollegin Anita Preitsameter vorgelegt.
Kollegin Preitsameter ist in der Raststätte Holledau stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und setzt sich in hervorragender Art und Weise für die Kolleginnen und Kollegen ein. In dieser beabsichtigten Kündigung sehen wir einen schwerwiegenden Anschlag auf die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit.
Offener Brief an die Kollegin Preitsamer
Liebe Kollegin Anita Preitsameter,
mit Empörung habe ich von den Machenschaften der neuen Inhaber der Raststätte Holledau gehört.
Was da unter dem Namen „Umstrukturierung“ geschieht ist Arbeitsplatzabbau und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der verbleibenden Kolleginnen und Kollegen.
Das die Herren Förster nicht davor zurückschrecken, einer gewählten Belegschaftsvertreterin zu kündigen, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Liebe Kollegin Preitsameter, ich versichere Dir und deinen Kolleginnen und Kollegen meine volle Solidarität. Vor meiner Tätigkeit im Deutschen Bundestag war ich selbst als Betriebsrätin in einem Ingolstädter Metallbetrieb tätig. Ich weiß wie wichtige Solidarität und gewerkschaftlicher Zusammenhalt ist. Diese und nächste Woche sind in Berlin sitzungsfrei und ich bin in meinem Wahlkreis Ingolstadt. Gerne würde ich Dich persönlich kennen lernen. In einem direkten Gespräch lässt sich am besten bereden, welche Schritte zur Solidarität die wirksamsten und für Deine Situation die besten sind.
Bitte melde Dich kurz zurück und wir können einen Termin vereinbaren.
Viele Grüße
Eva Bulling-Schröter
Offener Brief an die Betreier der Raststätte
Sehr geehrte Herren Förster,
über ihr Vorgehen gegen die Belegschaft der Autobahn Holledau bin ich empört.
In den Nürnberger Nachrichten lassen Sie sich feiern, „selbstständig wollten sie sein. Kreativ und erfolgreich…“. Besonders kreativ sind Sie bei „Umstrukturierung“ in der Holledau. Was unter diesen Namen geschieht, ist Arbeitsplatzabbau und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die beabsichtigte Kündigung der stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Frau Preitsameter ist der vorläufige Höhepunkt der öffentlich gepriesenen Kreativität.
Ich fordere Sie auf: Legen Sie ihre Hemdsärmel-Manieren ab und kommen sie auf den Boden eines zivilisierten Umgangs mit der Belegschaft und deren Vertreterin zurück.
Denn wie heißt es in dem oben zitierten NN-Artikel weiter: „Das Einzige, das die Försters bisher nicht in Griff bekommen konnten, ist der teils schlechte Ruf …“. Die Aussage bezieht sich auf den Ruf der Rastanlagen im Allgemeinen. Sie sollten nicht zulassen, dass dieser schlechte Ruf personalisiert wird.
Über eine positive Antwort in dieser Angelegenheit würde ich mich freuen.
Mit - vorerst nicht ganz – freundlichen Grüßen
Eva Bulling-Schröter
