Gewinn rauf - Arbeiter runter
Zuversicht in unruhigen Zeiten
Leserbreif zum Artikel am 11.11.2011 im Donaukurier
„Laut des Artikels verkündet Konzernchef Löscher glänzende Zahlen des Siemenskonzerns mit einer Steigerung des Nettogewinns im Vergleich zum Vorjahr von 55 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig lässt er verlauten, dass ein Stellenabbau im mittleren dreistelligen Bereich stattfinden wird.
Die ‚Kultur’ der Unternehmen hat sich nach dem ‚Mauerfall’ drastisch zum Schlechten verändert. Die schönen Zeiten der ‚Sozialen Marktwirtschaft’ haben mit ihm ein Ende gefunden. Damals gab es Keinen, der von eigener Arbeit nicht leben konnte, es gab auch keine ‚Tafeln’, weil man sie einfach nicht benötigte. Die ‚Reichen’ waren deswegen auch nicht arm, aber die die Arbeit hatten, konnten von ihr menschenwürdig leben. Das änderte sich allmählich, aber dafür gründlich.
Die grenzenlose Gier der ‚Eliten’ hat sie geblendet. Sie sehen nicht die Armut, sie ignorieren auch die Menschenwürde, die sie mit den ‚Hungerlöhnen’ der Leiharbeiter verletzen. Das oberste Gebot ist nur das einzige: ‚Profit, Profit und nochmals Profit’! Was interessiert sie, dass man mittlerweile um die tausend ‚Tafeln’ Deutschland weit hat, dass zum Beispiel eine allein erziehende Mutter mit Kindern auf die Straße gesetzt wird und dass Sozialleistungen unentwegt gekürzt werden? Hauptsache die Gewinne und die Bonis steigen ins Aberwitzige! Das Schlimmste ist aber, dass die Politik sie gewähren lässt und die Menschen es so geduldig hinnehmen und sich so schleichend langsam daran gewöhnen. Wie soll es nur weitergehen?“
Rigobert Hacker
