Die Wandlungsfähigkeit der Arbeitslosenstatistik
Arbeit in Hülle und Fülle
Leserbrief zu dem Artikel im Donaukurier am 3.1.2012
Im erwähnten Artikel wird über einen „Neuen Beschäftigungsrekord“ und „Deutschland – und das Jobwunder“ geschrieben. Der Versuch eine Euphorie des Glücks zu erzeugen ist nicht zu übersehen. Sieht man sich allerdings die „Sache“ genauer an, so schmilzt sie dahin wie der Schnee im Frühling.
Es sollte schon jedem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein, was die „offiziellen Zahlen“ eigentlich wert sind. Erfreulich ist zwar, dass die Zahl der Beschäftigten steigt, man sollte aber auch hinschauen, was sich alles unter „Neuer Beschäftigungsrekord“ versteckt. Aus der Arbeitslosenstatistik fallen Personen in Aktivierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Arbeitsunfähige, geförderte Existenzgründer, Arbeitssuchende in vorruhestandsähnlichen Regelungen oder Altersteilzeit und Personen für die ein Beschäftigungszuschuss bezahlt wird, heraus. Demnach sind alle diese genannten Personen in der Beschäftigungsstatistik mitgezählt.
Als nächstes wäre die „Qualität“ der Arbeit unter die Lupe zu nehmen. Kann man denn stolz sein auf „Arbeit“, von der man nicht leben kann? Oder darauf, dass man einen Zweitjob oder gar Drittjob annehmen muss, um das blanke Überleben zu sichern? Die Antwort ist eindeutig „Nein“! Aber man präsentiert die geschönten Zahlen als großen „Erfolg“ und erwartet, dass die Leser vielleicht darauf hereinfallen. Ich denke, man unterschätzt den Leser.
Mit freundlichen Grüßen
Roland Keller
