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4. Januar 201211:00

Die Wandlungsfähigkeit der Arbeitslosenstatistik

4. Januar 2012

Arbeit in Hülle und Fülle

Leserbrief zu dem Artikel im Donaukurier am 3.1.2012

Im erwähnten Artikel wird über einen „Neuen Beschäftigungsrekord“ und „Deutschland – und das Jobwunder“ geschrieben. Der Versuch eine Euphorie des Glücks zu erzeugen ist nicht zu übersehen. Sieht man sich allerdings die „Sache“ genauer an, so schmilzt sie dahin wie der Schnee im Frühling.

Es sollte schon jedem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein, was die „offiziellen Zahlen“ eigentlich wert sind. Erfreulich ist zwar, dass die Zahl der Beschäftigten steigt, man sollte aber auch hinschauen, was sich alles unter „Neuer Beschäftigungsrekord“ versteckt. Aus der Arbeitslosenstatistik fallen Personen in Aktivierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Arbeitsunfähige, geförderte Existenzgründer, Arbeitssuchende in vorruhestandsähnlichen Regelungen oder Altersteilzeit und Personen für die ein Beschäftigungszuschuss bezahlt wird, heraus. Demnach sind alle diese genannten Personen in der Beschäftigungsstatistik mitgezählt.

Als nächstes wäre die „Qualität“ der Arbeit unter die Lupe zu nehmen. Kann man denn stolz sein auf „Arbeit“, von der man nicht leben kann? Oder darauf, dass man einen Zweitjob oder gar Drittjob annehmen muss, um das blanke Überleben zu sichern? Die Antwort ist eindeutig „Nein“! Aber man präsentiert die geschönten Zahlen als großen „Erfolg“ und erwartet, dass die Leser vielleicht darauf hereinfallen. Ich denke, man unterschätzt den Leser.

Mit freundlichen Grüßen
Roland Keller

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkKommentare 0
Tags: arbeitsloigkeit, soziale gerechtigkeit, statistik
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24. November 201120:34

Gewinn rauf - Arbeiter runter (II)

24. November 2011

Aus für EON Energie

Leserbrief zum Artikel vom 23.11.2011 im Donaukurier

„Die Hiobsbotschaften scheinen momentan in den Massenmedien einen festen Platz eingenommen zu haben. Doch bei einigen ist der Anlass vollkommen unverständlich, so zum Beispiel in dem Artikel zum EON-Energiekonzern.

Da verkündet doch der Konzernchef, Herr Johannes Teyssen, eine Streichung von weltweit 11.000 Stellen, allein in Deutschland voraussichtlich 6.500. Das Ganze klingt fast nach einem ‚Racheakt’ für die Energiewende nach dem Fukushima-Unfall. So hätten die Betreiber der Atommeiler weiterhin rund eine Million Euro täglich an zusätzlichem Profit gemacht. Deshalb ist die Aufregung dieser Herren durchaus verständlich, denn mit dem Ausfall dieses Gewinns müssen sie anderweitig schauen wie man die Kasse klingeln lässt.

Es nützt auch nichts, dass man im Jahre 2010 von Januar bis Ende Juni bei EON einen Erlös von 44 Milliarden Euro erzielte, ein Plus von etwa sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das maßlose Gewinnstreben scheint alleine das Handeln zu bestimmen. Was interessiert da schon das Schicksal von ein paar Tausend Arbeitern? Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen?“  


Roland Keller

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkKommentare 0
Tags: soziale gerechtigkeit, kapitalismus
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11. November 201123:03

Gewinn rauf - Arbeiter runter

11. November 2011

Zuversicht in unruhigen Zeiten

Leserbreif zum Artikel am 11.11.2011 im Donaukurier

„Laut des Artikels verkündet Konzernchef Löscher glänzende Zahlen des Siemenskonzerns mit einer Steigerung des Nettogewinns im Vergleich zum Vorjahr von 55 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig lässt er verlauten, dass ein Stellenabbau im mittleren dreistelligen Bereich stattfinden wird.

Die ‚Kultur’ der Unternehmen hat sich nach dem ‚Mauerfall’ drastisch zum Schlechten verändert. Die schönen Zeiten der ‚Sozialen Marktwirtschaft’ haben mit ihm ein Ende gefunden. Damals gab es Keinen, der von eigener Arbeit nicht leben konnte, es gab auch keine ‚Tafeln’, weil man sie einfach nicht benötigte. Die ‚Reichen’ waren deswegen auch nicht arm, aber die die Arbeit hatten, konnten von ihr menschenwürdig leben. Das änderte sich allmählich, aber dafür gründlich.

Die grenzenlose Gier der ‚Eliten’ hat sie geblendet. Sie sehen nicht die Armut, sie ignorieren auch die Menschenwürde, die sie mit den ‚Hungerlöhnen’ der Leiharbeiter verletzen. Das oberste Gebot ist nur das einzige: ‚Profit, Profit und nochmals Profit’! Was interessiert sie, dass man mittlerweile um die tausend ‚Tafeln’ Deutschland weit hat, dass zum Beispiel eine allein erziehende Mutter mit Kindern auf die Straße gesetzt wird und dass Sozialleistungen unentwegt gekürzt werden? Hauptsache die Gewinne und die Bonis steigen ins Aberwitzige! Das Schlimmste ist aber, dass die Politik sie gewähren lässt und die Menschen es so geduldig hinnehmen und sich so schleichend langsam daran gewöhnen. Wie soll es nur weitergehen?“


Rigobert Hacker

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkKommentare 0
Tags: soziale gerechtigkeit
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2. November 201115:47

Merkels Kehrtwende (das Dramas xter Teil)

2. November 2011

Ein Stück soziale Gerechtigkeit

Leserbrief zu diesem Artikel im Donaukurier am 1.11.2011

Ja, was für ein Schreck? Hat denn so über Nacht die Partei der CDU ein moralisches Gefühl übermannt? Es ist zwar sehr lobenswert, dass überhaupt jemand von der Regierung diesen Gedanken äußert, aber nach meiner Meinung viel, viel zu spät! Die Partei DIE LINKE und die Gewerkschaften fordern dies schon lange, sind aber immer bei den Regierenden auf heftigen Widerstand gestoßen. Es stellt sich unwillkürlich die Frage, wieso gerade jetzt?  Könnte es sein, dass der kurz bevorstehende Parteitag der CDU der Grund ist, damit die Partei etwas Soziales zum Thema macht?


Die Unkenrufe des Chefvolkswirtes der IHK für München und Oberbayern, Herrn Robert Obermeier, „Wir sehen die Gefahr, dass bestehende Arbeitsplätze wegfallen“, sind schon widerlegt allein durch die Aussage des Kreishandwerkmeisters Ingolstadt-Pfaffenhofen, Herrn Max Hechinger: „Wir in der Baubranche haben schon seit Jahren einen Mindestlohn und sind sehr zufrieden damit.“


Es gibt Arbeiter, die für zwei oder drei Euro die Stunde schuften. Die Worte des Arbeitgeberpräsidenten, Herrn Hundt: „Die Arbeit gibt nicht mehr her!“ sind übrigens auch die Worte des Herrn Professor Sinn und sie stimmen mich sehr nachdenklich. Wer bestimmt denn den ‚Wert der Arbeit’? Herr Hundt, oder Herr Professor Sinn? Wenn es denn so ist, wieso haben die ‚Banker’ so Schwindel erregende Einkünfte, obwohl sie überhaupt nichts Brauchbares produzieren? Sie spekulieren mit Geld und bringen mit dieser ‚Arbeit’ ganze Länder ins Verderben. Die dadurch entstehenden Sparzwänge verursachen nicht nur bei uns im Lande, sondern in Europa und in der ganzen Welt, Chaos und Elend. Es stellt sich die Frage: „Sind dies die ‚Werte’, die die genannten ‚Experten’ meinen und mit welchem Recht werden diese so extrem hoch honoriert?“


Und noch etwas: Schon allein wegen der Menschenwürde, die in unserem Grundgesetz garantiert ist, dürfte es für Arbeiter keine prekären Arbeitsverhältnisse geben. Wo bleibt die Menschenwürde, wenn trotz fleißiger Arbeit jemand zum Amt gehen und ums Geld betteln muss? Deshalb müsste ein angemessener Mindestlohn eine Selbstverständlichkeit sein!

Mit freundlichen Grüßen
Rigobert Hacker

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkKommentare 0
Tags: mindestlohn, arbeit, soziale gerechtigkeit
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6. Oktober 201110:00

Betriebsrätin in der Raststätte Holledau unerwünscht

8. November 2011

Offener Brief einiger Kolleginnen

Drei Mitarbeiter im Auftrag der Holledauer — Belegschaft äußern sich zu den Vorwürfen gegen die 1. Betriebsratsvorsitzende Frau Anita Preitsameter.

In der Rastanlage Holledau stimmen viele der Lohnabrechnungen, selbst nach 4 Monaten, nach Übernahme durch die AUGA GmbH Gebr. Förster, noch immer nicht, so wie es im Artikel „Im Rasthaus rumort es", beschrieben wurde.

Dieser Artikel entspricht immer noch der Wahrheit.

Wir wollen mit diesem offenen Brief zeigen, wie Frau Preitsameter als Mensch ist.

Personenbeschreibung:

Frau Anita Preitsameter ist ein gütiger und hilfsbereiter Mensch, der es sich zum Lebensinhalt gemacht hat, aufgrund eigener schwerer Schicksalsschläge anderen Menschen zu helfen. Das was sie als Betriebsratsvorsitzende versucht, ist der Dank an die Mitarbeiter der Holledau, die sie auch in schweren Zeiten nicht im Stich gelassen haben. Dies gibt sie nun mit unermüdlichem Einsatz zurück.

Frau Preitsameter ist Betriebsratsvorsitzende der Holledau und nicht in Fürholzen tätig, deshalb können sich die dortigen Mitarbeiter überhaupt kein objektives Bild von Ihrer hervorragenden Arbeit machen.

Die Mitarbeiter der Holledau sprechen sich in einer Unterschriftenaktion ganz klar gegen die Kündigung wegen „Störung des Betriebsfriedens" aus. Frau Preitsameter wollen mehr als 87.5 % der Belegschaft in der Holledau als Betriebsratsvorsitzende behalten. Das in der Presse wiedergegebene Bild stimmt in dieser Form nicht.

Sie ist Mitglied der FFW und diversen anderen Vereinen, spendet und unterstützt Menschen in Not. Schon immer und nicht erst jetzt. Die Belegschaft der Holledau weiß um Ihre Hilfsbereitschaft.

In einem freien Deutschland, wo es ein Recht auf freie Meinungsäußerung gibt, zu leben, erfüllen Frau Preitsameter mit Stolz und Vertrauen auf die deutsche Rechtssprechung. Ihr Motto: Es gibt Dinge, die man für Geld nicht kaufen kann, nämlich Gesundheit und die Liebe eines Menschen. Dies alles macht sie sympathisch und lässt sie alle Unterstützung aus Mitarbeiterkreisen und der Gewerkschaft NGG (Regensburg) erfahren.

Ihr Kündigungsverfahren wird am 08. November 2011 um 11:30 Uhr vor dem Arbeitsgericht Ingolstadt verhandelt.

Maria Krammer, Margret Haltmair, Annemarie Gump

6. Oktober 2011

Neue Pächter - neue Regeln?

Die Raststätte Holledau an der A9 in Richtung München wurde zum 30.6.2011 von der AUGA GmbH aus Schwarzenbruck übernommen. Die AUGA GmbH wird von den Brüdern Thomas und Michal Förster geführt. Thomas Förster ist im Übrigen auch 2. Vizepräsidenten des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bayern).

Seit der Übernahme der neuen Betreiber wurden zahlreiche Umstrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Die firmeneigene Bäckerei & Konditorei wurde geschlossen, die Verwaltung wurde zentralisiert und zuletzt wurde die Reinigungsarbeiten fremd vergeben. Zur Zeit der Betriebsübernahme am 30. Juni 2011 waren in der Raststätte Holledau mehr als 100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Diese Beschäftigtenzahl ist durch nun bereits auf unter 70 Kolleginnen und Kollegen abgesunken.  

Der ansässige Betriebsrat (BR), der sehr gut mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zusammenarbeitet, hat im Rahmen seiner betriebsverfassungsrechtlichen Möglichkeiten alles Mögliche getan, die Arbeitsbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen positiv zu gestalten. 

Die neue Geschäftsführung hat von Anfang an die Mitbestimmungsrechte des BR, wie auch grundsätzliche gesetzliche Grundlagen ignoriert bzw. mit Füßen getreten.

Auch ein zwischenzeitlich stattgefundenes Gespräch zwischen den neuen Arbeitgebern, deren Rechtsvertretung sowie Betriebsrat unterstützt durch unseren Landesbezirksvorsitzenden, Hans Hartl (Gewerkschaft NGG Bayern) konnte keine Befriedung der Situation herbeiführen.

Ganz im Gegenteil. Nach einem Artikel aus dem Donaukurier vom 6. September 2011 wurde nun dem BR ein Antrag auf Zustimmung zur außerordentlichen Kündigung unserer Kollegin Anita Preitsameter vorgelegt. 

Kollegin Preitsameter ist in der Raststätte Holledau stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und setzt sich in hervorragender Art und Weise für die Kolleginnen und Kollegen ein. In dieser beabsichtigten Kündigung sehen wir einen schwerwiegenden Anschlag auf die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit.

4. Oktober 2011

Offener Brief an die Kollegin Preitsamer

Liebe Kollegin Anita Preitsameter,

mit Empörung habe ich von den Machenschaften der neuen Inhaber der Raststätte Holledau gehört.

Was da unter dem Namen „Umstrukturierung“ geschieht ist Arbeitsplatzabbau und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der verbleibenden Kolleginnen und Kollegen.

Das die Herren Förster nicht davor zurückschrecken, einer gewählten Belegschaftsvertreterin zu kündigen, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Liebe Kollegin Preitsameter, ich versichere Dir und deinen Kolleginnen und Kollegen meine volle Solidarität. Vor meiner Tätigkeit im Deutschen Bundestag war ich selbst als Betriebsrätin in einem Ingolstädter Metallbetrieb tätig. Ich weiß wie wichtige Solidarität und gewerkschaftlicher Zusammenhalt ist. Diese und nächste Woche sind in Berlin sitzungsfrei und ich bin in meinem Wahlkreis Ingolstadt. Gerne würde ich Dich persönlich kennen lernen. In einem direkten Gespräch lässt sich am besten bereden, welche Schritte zur Solidarität die wirksamsten und für Deine Situation die besten sind.

Bitte melde Dich kurz zurück und wir können einen Termin vereinbaren.

Viele Grüße

Eva Bulling-Schröter


4. Oktober 2011

Offener Brief an die Betreier der Raststätte

Sehr geehrte Herren Förster,

über ihr Vorgehen gegen die Belegschaft der Autobahn Holledau bin ich empört.

In den Nürnberger Nachrichten lassen Sie sich feiern, „selbstständig wollten sie sein. Kreativ und erfolgreich…“. Besonders kreativ sind Sie bei „Umstrukturierung“ in der Holledau. Was unter diesen Namen geschieht, ist Arbeitsplatzabbau und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die beabsichtigte Kündigung der stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Frau Preitsameter ist der vorläufige Höhepunkt der öffentlich gepriesenen Kreativität.

Ich fordere Sie auf: Legen Sie ihre Hemdsärmel-Manieren ab und kommen sie auf den Boden eines zivilisierten Umgangs mit der Belegschaft und deren Vertreterin zurück.

Denn wie heißt es in dem oben zitierten NN-Artikel weiter: „Das Einzige, das die Försters bisher nicht in Griff bekommen konnten, ist der teils schlechte Ruf …“. Die Aussage bezieht sich auf den Ruf der Rastanlagen im Allgemeinen. Sie sollten nicht zulassen, dass dieser schlechte Ruf personalisiert wird.

Über eine positive Antwort in dieser Angelegenheit würde ich mich freuen.

Mit - vorerst nicht ganz – freundlichen Grüßen

Eva Bulling-Schröter

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkKommentare 0
Tags: betriebsrat, raststätte, sozialer friede, kündigung
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