Zur Zeit wird gefiltert nach: soziale gerechtigkeit
Die Wandlungsfähigkeit der Arbeitslosenstatistik
Arbeit in Hülle und Fülle
Leserbrief zu dem Artikel im Donaukurier am 3.1.2012
Im erwähnten Artikel wird über einen „Neuen Beschäftigungsrekord“ und „Deutschland – und das Jobwunder“ geschrieben. Der Versuch eine Euphorie des Glücks zu erzeugen ist nicht zu übersehen. Sieht man sich allerdings die „Sache“ genauer an, so schmilzt sie dahin wie der Schnee im Frühling.
Es sollte schon jedem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein, was die „offiziellen Zahlen“ eigentlich wert sind. Erfreulich ist zwar, dass die Zahl der Beschäftigten steigt, man sollte aber auch hinschauen, was sich alles unter „Neuer Beschäftigungsrekord“ versteckt. Aus der Arbeitslosenstatistik fallen Personen in Aktivierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Arbeitsunfähige, geförderte Existenzgründer, Arbeitssuchende in vorruhestandsähnlichen Regelungen oder Altersteilzeit und Personen für die ein Beschäftigungszuschuss bezahlt wird, heraus. Demnach sind alle diese genannten Personen in der Beschäftigungsstatistik mitgezählt.
Als nächstes wäre die „Qualität“ der Arbeit unter die Lupe zu nehmen. Kann man denn stolz sein auf „Arbeit“, von der man nicht leben kann? Oder darauf, dass man einen Zweitjob oder gar Drittjob annehmen muss, um das blanke Überleben zu sichern? Die Antwort ist eindeutig „Nein“! Aber man präsentiert die geschönten Zahlen als großen „Erfolg“ und erwartet, dass die Leser vielleicht darauf hereinfallen. Ich denke, man unterschätzt den Leser.
Mit freundlichen Grüßen
Roland Keller
Gewinn rauf - Arbeiter runter (II)
Aus für EON Energie
Leserbrief zum Artikel vom 23.11.2011 im Donaukurier
„Die Hiobsbotschaften scheinen momentan in den Massenmedien einen festen Platz eingenommen zu haben. Doch bei einigen ist der Anlass vollkommen unverständlich, so zum Beispiel in dem Artikel zum EON-Energiekonzern.
Da verkündet doch der Konzernchef, Herr Johannes Teyssen, eine Streichung von weltweit 11.000 Stellen, allein in Deutschland voraussichtlich 6.500. Das Ganze klingt fast nach einem ‚Racheakt’ für die Energiewende nach dem Fukushima-Unfall. So hätten die Betreiber der Atommeiler weiterhin rund eine Million Euro täglich an zusätzlichem Profit gemacht. Deshalb ist die Aufregung dieser Herren durchaus verständlich, denn mit dem Ausfall dieses Gewinns müssen sie anderweitig schauen wie man die Kasse klingeln lässt.
Es nützt auch nichts, dass man im Jahre 2010 von Januar bis Ende Juni bei EON einen Erlös von 44 Milliarden Euro erzielte, ein Plus von etwa sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das maßlose Gewinnstreben scheint alleine das Handeln zu bestimmen. Was interessiert da schon das Schicksal von ein paar Tausend Arbeitern? Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen?“
Roland Keller
Gewinn rauf - Arbeiter runter
Zuversicht in unruhigen Zeiten
Leserbreif zum Artikel am 11.11.2011 im Donaukurier
„Laut des Artikels verkündet Konzernchef Löscher glänzende Zahlen des Siemenskonzerns mit einer Steigerung des Nettogewinns im Vergleich zum Vorjahr von 55 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig lässt er verlauten, dass ein Stellenabbau im mittleren dreistelligen Bereich stattfinden wird.
Die ‚Kultur’ der Unternehmen hat sich nach dem ‚Mauerfall’ drastisch zum Schlechten verändert. Die schönen Zeiten der ‚Sozialen Marktwirtschaft’ haben mit ihm ein Ende gefunden. Damals gab es Keinen, der von eigener Arbeit nicht leben konnte, es gab auch keine ‚Tafeln’, weil man sie einfach nicht benötigte. Die ‚Reichen’ waren deswegen auch nicht arm, aber die die Arbeit hatten, konnten von ihr menschenwürdig leben. Das änderte sich allmählich, aber dafür gründlich.
Die grenzenlose Gier der ‚Eliten’ hat sie geblendet. Sie sehen nicht die Armut, sie ignorieren auch die Menschenwürde, die sie mit den ‚Hungerlöhnen’ der Leiharbeiter verletzen. Das oberste Gebot ist nur das einzige: ‚Profit, Profit und nochmals Profit’! Was interessiert sie, dass man mittlerweile um die tausend ‚Tafeln’ Deutschland weit hat, dass zum Beispiel eine allein erziehende Mutter mit Kindern auf die Straße gesetzt wird und dass Sozialleistungen unentwegt gekürzt werden? Hauptsache die Gewinne und die Bonis steigen ins Aberwitzige! Das Schlimmste ist aber, dass die Politik sie gewähren lässt und die Menschen es so geduldig hinnehmen und sich so schleichend langsam daran gewöhnen. Wie soll es nur weitergehen?“
Rigobert Hacker
Merkels Kehrtwende (das Dramas xter Teil)
Ein Stück soziale Gerechtigkeit
Leserbrief zu diesem Artikel im Donaukurier am 1.11.2011
Ja, was für ein Schreck? Hat denn so über Nacht die Partei der CDU ein moralisches Gefühl übermannt? Es ist zwar sehr lobenswert, dass überhaupt jemand von der Regierung diesen Gedanken äußert, aber nach meiner Meinung viel, viel zu spät! Die Partei DIE LINKE und die Gewerkschaften fordern dies schon lange, sind aber immer bei den Regierenden auf heftigen Widerstand gestoßen. Es stellt sich unwillkürlich die Frage, wieso gerade jetzt? Könnte es sein, dass der kurz bevorstehende Parteitag der CDU der Grund ist, damit die Partei etwas Soziales zum Thema macht?
Die Unkenrufe des Chefvolkswirtes der IHK für München und Oberbayern, Herrn Robert Obermeier, „Wir sehen die Gefahr, dass bestehende Arbeitsplätze wegfallen“, sind schon widerlegt allein durch die Aussage des Kreishandwerkmeisters Ingolstadt-Pfaffenhofen, Herrn Max Hechinger: „Wir in der Baubranche haben schon seit Jahren einen Mindestlohn und sind sehr zufrieden damit.“
Es gibt Arbeiter, die für zwei oder drei Euro die Stunde schuften. Die Worte des Arbeitgeberpräsidenten, Herrn Hundt: „Die Arbeit gibt nicht mehr her!“ sind übrigens auch die Worte des Herrn Professor Sinn und sie stimmen mich sehr nachdenklich. Wer bestimmt denn den ‚Wert der Arbeit’? Herr Hundt, oder Herr Professor Sinn? Wenn es denn so ist, wieso haben die ‚Banker’ so Schwindel erregende Einkünfte, obwohl sie überhaupt nichts Brauchbares produzieren? Sie spekulieren mit Geld und bringen mit dieser ‚Arbeit’ ganze Länder ins Verderben. Die dadurch entstehenden Sparzwänge verursachen nicht nur bei uns im Lande, sondern in Europa und in der ganzen Welt, Chaos und Elend. Es stellt sich die Frage: „Sind dies die ‚Werte’, die die genannten ‚Experten’ meinen und mit welchem Recht werden diese so extrem hoch honoriert?“
Und noch etwas: Schon allein wegen der Menschenwürde, die in unserem Grundgesetz garantiert ist, dürfte es für Arbeiter keine prekären Arbeitsverhältnisse geben. Wo bleibt die Menschenwürde, wenn trotz fleißiger Arbeit jemand zum Amt gehen und ums Geld betteln muss? Deshalb müsste ein angemessener Mindestlohn eine Selbstverständlichkeit sein!
Mit freundlichen Grüßen
Rigobert Hacker
Diätenerhöhung
Leserbrief
zu dem Artikel „Diätenerhöhung für Abgeordnete“ im Donaukurier vom 31.03.2011
Aus dem genannten Artikel erfährt man die für die Abgeordneten sicher frohe Nachricht über die geplante Diätenerhöhung. Was nur merkwürdig ist, ist die Höhe der Steigerung um 3,5 Prozent oder 233 Euro bei gleichzeitiger Anhebung der Kostenpauschale um 38 Euro monatlich. Dies ergibt in der Summe einen Betrag von 271 Euro.
Es fällt mir sehr schwer zu verstehen die diametralen Unterschiede zwischen den beschriebenen und der „deutlichen“ Erhöhung um 1 Prozent bei den Rentnern, geschweige denn die „Erhöhung“ bei den Hartz-IV-Empfängern um 5 Euro monatlich, die Frau von der Leyen so überschwänglich bekannt gab.
Eigentlich wäre von der Regierung zu erwarten, dass sie ihrer verfassungsmäßigen Verpflichtung nachkommt Ungerechtigkeiten zu verhindern. Es scheint mir aber so, als habe sie selbst kein Interesse an deren Verwirklichung. Ich befürchte, dass dieses Verhalten letztendlich unser Gesellschaftsgefüge zerreißt.
Mit freundlichen Grüßen
Rigobert Hacker
