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28. Januar 201213:00

Armutszahlen bei rechtem Licht

28. Januar 2012

Kinderarmut geht zurück

Leserbreif zu dem Artikel in der Augsburger Allgemeinen vom 27.01.2012

Es ist erstaunlich, wie krampfhaft die Regierenden versuchen die Tristesse vieler Menschen durch Halbwahrheiten und Irreführung zu beschönigen. Da feiert die Bundesarbeitsministerin, Frau von der Leyen (CDU), sich selbst mit den Worten: „Das ist die Ernte dessen, was wir in den letzten Jahren an Kraftanstrengung unternommen haben“. Man braucht nur einen Blick ins Internet zu werfen, da erfährt man deutlich andere Zahlen. Selbst die Opposition, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände äußerten sich zurückhaltend.

„Es ist immer schön, wenn solche Zahlen sinken“, sagt Bernd Hein vom Caritasverband Bayern, „aber es ist maßlos übertrieben, von einem Rückgang der Armut zu sprechen“. Nicht in der Statistik würden Kinder auftauchen, deren Familien von Niedriglöhnen – also nur knapp über der Hartz-IV-Grenze – lebten. Diese von Frau von der Leyen mit Euphorie verkündeten Zahlen sind nur mit höchster Vorsicht zu genießen. Aber Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer übt Kritik an den Wohlfahrtsverbänden: „Wenn die Zahl derer, die an der Armutsschwelle leben, sinkt, ist das doch ein Indiz dafür, dass sich auch die Situation derer, die knapp darüber liegen, verbessert hat“. Damit hat Frau Haderthauer sicherlich Recht. Hat sie sich jedoch die Mühe gegeben, diese Zahlen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen?

Ich glaube, die Zahlen sind genauso schön gerechnet wie die der Arbeitslosen. Da fallen Personen in Aktivierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Arbeitsunfähige, geförderte Existenzgründer, Arbeitssuchende in vorruhestandsähnlichen Regelungen oder Altersteilzeit und Personen, für die ein Beschäftigungszuschuss bezahlt wird, aus der Statistik heraus. Umso öfter hört man in Nachrichten und liest in der Zeitung wie toll es denn bei uns im Lande so sei. Es stellt sich nur die Frage: „Für wen?“ Bei derartigen „Nachrichten“ fällt mir der Schriftsteller George Orwell mit seinen Worten ein: „Hundertmal wiederholte Lüge wird zur Wahrheit“.

Mit freundlichen Grüßen
Rigobert Hacker

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkKommentare 0
Tags: kinderarmut, statistik
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4. Januar 201211:00

Die Wandlungsfähigkeit der Arbeitslosenstatistik

4. Januar 2012

Arbeit in Hülle und Fülle

Leserbrief zu dem Artikel im Donaukurier am 3.1.2012

Im erwähnten Artikel wird über einen „Neuen Beschäftigungsrekord“ und „Deutschland – und das Jobwunder“ geschrieben. Der Versuch eine Euphorie des Glücks zu erzeugen ist nicht zu übersehen. Sieht man sich allerdings die „Sache“ genauer an, so schmilzt sie dahin wie der Schnee im Frühling.

Es sollte schon jedem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein, was die „offiziellen Zahlen“ eigentlich wert sind. Erfreulich ist zwar, dass die Zahl der Beschäftigten steigt, man sollte aber auch hinschauen, was sich alles unter „Neuer Beschäftigungsrekord“ versteckt. Aus der Arbeitslosenstatistik fallen Personen in Aktivierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Arbeitsunfähige, geförderte Existenzgründer, Arbeitssuchende in vorruhestandsähnlichen Regelungen oder Altersteilzeit und Personen für die ein Beschäftigungszuschuss bezahlt wird, heraus. Demnach sind alle diese genannten Personen in der Beschäftigungsstatistik mitgezählt.

Als nächstes wäre die „Qualität“ der Arbeit unter die Lupe zu nehmen. Kann man denn stolz sein auf „Arbeit“, von der man nicht leben kann? Oder darauf, dass man einen Zweitjob oder gar Drittjob annehmen muss, um das blanke Überleben zu sichern? Die Antwort ist eindeutig „Nein“! Aber man präsentiert die geschönten Zahlen als großen „Erfolg“ und erwartet, dass die Leser vielleicht darauf hereinfallen. Ich denke, man unterschätzt den Leser.

Mit freundlichen Grüßen
Roland Keller

Martin Böck(martin.boeck@dielinke-ingolstadt.de)PermalinkKommentare 0
Tags: arbeitsloigkeit, soziale gerechtigkeit, statistik
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