- Atomkraftwerke sind unflexibel, sie laufen faktisch im Dauerbetrieb. Der produzierte Strom soll auch verkauft werden. Die so aufgebauten Überkapazitäten behindern die Forschung und Entwicklung alternativer Energien, sie verhindern eine dezentrale Versorgung und unterlaufen die für eine Energiewende notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs.
- Die AKWs sind nicht sicher. Immer wieder wird behauptet ein Unfall wie in Tschernobyl könne bei uns nicht vorkommen. Doch die Beinahe-Katastrophen in Harrisburg (USA) und Forsmark (Schweden) zeigen: Atomkraft ist nicht sicher. Immer wieder kommt es auch in Deutschland zu sogenannten „Zwischenfällen“.
- Gewinne für die Energiekonzerne und das Risiko für die Allgemeinheit. Käme es in Deutschland zu einem Super-GAU, wie in Tschernobyl 1986, würde ein Drittel der Landesfläche verstrahlt und unbewohnbar, Millionen Menschen wären betroffen, der volkswirtschaftliche Schaden würde in die Billionen Euro gehen. Keine Versicherung ist bereit, ein Atomkraftwerk umfassend zu versichern.
- Der Atommüll strahlt durch die Jahrtausende. Nirgendwo auf der Welt ist das Problem einer über Jahrmillionen sicheren Endlagerung der stark radioaktiven Abfälle gelöst. In Deutschland wird seit 40 Jahren ein Lager gesucht und es wurde noch keines gefunden.
- Uran ist, wie Kohle, Erdöl und Gas, eine endliche Ressource. Beim heutigen Verbrauch, reichen die Vorräte an preiswertem Uran voraussichtlich noch ca. 40 bis 50 Jahre.
- Schon beim Uranabbau wird die Umwelt zerstört. Die Urankonzentration im Erz beträgt nur 0,1 bis 0,5 %. Riesige kontaminierte Abraummassen werden bewegt. Bei der Aufbereitung fällt arsen- und uranhaltiger Schlamm an, der Wind treibt radioaktiven Staub weitab von den Erzgruben. Radongas vergiftet die Beschäftigten und das Umfeld.
- Wie schwer geringe Strahlung den Menschen langfristige belastet, ist unbekannt. Das Leukämie-Risiko für Kinder unter 5 Jahren, die im Umkreis eines AKW wohnen, ist statistisch gesichert.
- Atomstrom ist „billig“, weil Milliarden Forschungskosten und Subventionen nicht mitgerechnet werden und die Entsorgung des Atommülls durch die Gesellschaft bezahlt wird. Würde die Haftpflicht voll gesichert, Steuern und Abgaben auf Atombrennstofferhoben, wie bei den anderen Brennstoffen, dann wäre Atomstrom die teuerste Energie.
- Die deutsche Stromerzeugungskapazität wird selbst bei der Januarhöchstlast nur zu Zweidritteln ausgelastet. Strom wird exportiert. Die Lichter werden nicht ausgehen.
- Von den 120 000 MW in Deutschland installierte Leistung hat die Atomkraft einen Anteil von 21 000 MW (17,5 %). Bei der Stromerzeugung sind es noch 23 % Anteil, weil die AKW ununterbrochen in der Grundlast arbeiten müssen.
übernommen aus dem Flyer "Längere Laufzeit - strahlende Gewinne" der Landesarbeitsgemsinschaft Umwelt in der bayerischen LINKEN.