
Neben dem Familienpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Jörn Wunderlich, konnte die Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter die beiden linken Stadträte und Vertreterinnen und Vertreter aus Sozialverbänden und Hilfsprojekten beim Sozialpolitischen Runden Tisch begrüßen Fachleuten aus CARITAS, Jobcenter, Pro Familia, Geburtshaus, Mütter-Väter-Zentrum und anderen Einrichtungen waren zusammengekommen, um das Thema „Armutsrisiko Allein erziehend“ zu diskutieren.
MdB Jörn Wunderlich betonte in seiner Einleitung, die Verbindung von Familie und Beruf sei gerade bei Alleinerziehenden eine zentrale Frage. Die anschließende lebhafte Diskussion wurde von der Stadträtin Ulrike Hodek moderiert. In vielen Fällen sei der Streit um den Unterhalt eine der größten Belastungen. Hier wäre es im Streitfall besser, wenn unabhängig vom Kindesalter, die Verwaltung den Unterhalt vorstreckt und auch die säumigen Zahlungen einzieht. „Ämterwirrwarr“ und bürokratischer Aufwand waren weitere Stichworte. Übereinstimmend wurde insbesondere der Ausbau geeigneter Betreuungseinrichtungen gefordert. Ihre Öffnungszeiten müssten an den Bedarf angepasst werden. Unterschiedlich bewertet wurden die vorhandenen Angebote in der Großtagespflege und das Tagesmüttersystem. Auch bei der Beurteilung des gemeinsamen Sorgerechts nach Scheidungen, gab es verschiedene Sichtweisen. Einigkeit herrschte dagegen beim Thema Erziehungsgeld. Die sogenannte „Herdprämie“ wurde von den Anwesenden Verbänden als geradezu kontraproduktiv empfunden. Im Verlauf des Abends kam eine Vielzahl weiterer Themen zur Sprache. Die Palette reichte von Problemen der Wohnungssuche, familienfreundlichen Arbeitszeitregelungen bis zu den Möglichkeiten der Qualifizierung, um auch bei Teilzeitarbeit genügend zu verdienen. Anregungen aus der Diskussion griff Stadtrat Jürgen Siebicke in seinen Schlussbemerkungen auf und kündigte entsprechende kommunalpolitische Initiativen im Stadtrat an.