Eva Bulling-Schröter Umweltausschussvorsitzende Neue Herausforderungen

Eva Bulling-Schröter

Neue Herausforderungen

Die Bundestagsabgeordnete wurde zur Vorsitzenden des Ausschusses für Um-
welt, Naturschutz und Reaktorsicherheit des Bundestages gewählt.

Was bedeutet der Vorsitz des Umweltausschusses für Deine politische Arbeit?

Erst einmal denke ich, dass damit auch mein langjähriges Engagement für die Umwelt honoriert wurde. Zum anderen ist diese Funktion natürlich auch eine Herausforderung. Ich bin nun parlamentarische Ansprechpartnerin für Umweltverbände und ökologische Initiativen, aber auch für Firmen die sich mit Umwelttechnik beschäftigen. Aktuell z.B. geht es um Änderungen des Energie-Einspeisungs-Gesetzes (EEG). Hier gibt es bei den Produzenten von Technologien für erneuerbare Energie, bei ihren Zulieferern und Beschäftigten, große Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft und den Erhalt der Arbeitsplätze. Dabei geht es um ganz praktische Fragen: Soll man noch in die erneuerbare Energie investieren, oder wird diese Zukunftstechnologie durch die Bundesregierung ausgetrocknet. Der Ausschuss und seine Vorsitzende als parlamentarische Institution sind da gefordert und meine Arbeitsschwerpunkte verlagern sich.

Also noch weniger Zeit in Ingolstadt?

Genau das will ich nicht. Deshalb muss ich meine Arbeitsschwerpunkte neu ordnen. Ich will meine Aufgaben im Wahlkreis und in der Umweltpolitik ins Zentrum rücken. Dafür brauche ich auch zeitlich mehr Freiraum. Auch deshalb habe ich mich entschlossen, nicht mehr als Landessprecherin der bayerischen LINKEN zu kandidieren.

Dieser Rückzug hat nichts mit den Querelen in der bayerischen LINKEN zu tun?

Wenn ich in einem Arbeitsfeld auf die Bremse trete, um an anderen Stellen Gas zu geben, dann ist Rückzug wohl das falsche Wort. Seit zwanzig Jahren habe ich an verantwortlicher Stelle an der Formierung einer neuen LINKEN in Bayern mitgearbeitet. Als bayerische Landessprecherin der PDS habe ich die Fusion mit der WASG aktiv mitgestaltet. Mehr als zehn Jahre stand ich an der Spitze des bayerischen Landesverbandes. Da, so denke ich, ist es zulässig, Platz zu machen und sich neuen politischen Herausforderungen zu stellen.