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Eva Bulling-Schröter

Was hat sich in dieser Zeit aus Ihrer Wahrnehmung verbessert, verändert und welche Veränderungen wünschen Sie sich noch?

Der neu gewählte Stadtrat ist nun knappe sechs Wochen im Amt und die Corona-Pandemie macht das Arbeiten nicht immer einfach. Videokonferenzen ersetzen eben nicht das persönliche Gespräch oder ein dringend notwendiges Treffen. Trotzdem sind natürlich schon Ansätze einer neuen Stadtpolitik erkennbar. Zum ersten Mal in der Geschichte Ingolstadts wurden am Rathaus Fahnen zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie gehisst. Ein begrüßenswertes Novum.

Auch am 8. Mai wurde zum ersten Mal eine Gedenkveranstaltung der Stadt organisiert. Leider konnten sich die Initiatoren noch nicht durchringen, den Jahrestag der Kapitulation auch als Tag der Befreiung vom Faschismus zu benennen. Inzwischen gibt es Initiativen für ein Jugendparlament und der Fahrradverkehr soll in Zukunft besser ausgebaut werden.
Hilfsprogramme für die, von Corona Betroffenen wurden aufgelegt und wir werden sehen, ob sie wirklich zielgenau wirken oder ob doch viele wieder durch das Raster fallen. Deshalb hat auch die Linke dazu einen Antrag eingebracht, den Runden-Tisch-Corona weiterzuführen und die Betroffenen über Hilfsmöglichkeiten und den Schutz vor Insolvenz zu beraten.

Die großen Aufgaben liegen noch vor uns. Die Gewerbesteuereinnahmen werden einbrechen und wir werden dann sehen, welche Prioritäten die neu gewählte Stadtspitze favorisiert. Und die neu gewählten Stadträt*innen haben ein Erbe anzutreten. Ob es die Frage der Kammerspiele ist und/oder die Sanierung des Stadttheaters oder die Zukunft des Wonnemars. Hier müssen Entscheidungen getroffen werden, die weit in die Zukunft reichen, ob finanziell oder auch städteplanerisch.

Fakt ist: Es gibt noch keinen Livestream, um für Bürger*innen die Stadtpolitik transparenter zu machen. Die Mieten sind für viele, gerade in Corona Zeiten, fast nicht mehr zu stemmen. Für uns ist klar, dass eine neue Stadtregierung am Anfang eine Einarbeitungszeit braucht, doch die Weichen werden jetzt gestellt. Und wir müssen genau darauf achten, welche Prioritäten gesetzt werden und ob sie wirklich mehr Transparenz, soziale Teilhabe und mehr Klimaschutz bringen.