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Moritz (Mitglied im SDS)

fridays for future in Eichstätt

Hallo Eichstätt,

schön, dass ihr alle da seid! Es gibt mir wahnsinnig viel Mut und Kraft zu sehen, wie viele Leute den Ernst der Lage erkannt haben und bereit sind ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Und das auch in den Ferien.

Vor knapp vier Wochen haben wir hier in Eichstätt das erste Mal demonstriert und über 500 Menschen sind gekommen – was für ein Zeichen. Umso wichtiger, dass wir diesen Erfolg heute bestätigen. Wir werden so lange weiterstreiken und unbequem sein, bis sich endlich was bewegt.

12 Jahre – so viel Zeit bleibt uns laut dem letzten Bericht, des Weltklimarats der Vereinten Nationen noch, um die Klimakatastrophe in einigermaßen beherrschbaren Bahnen zu halten.

12 Jahre – ist doch eine Menge Zeit, möchte der oder die eine vielleicht sagen. Ich selbst bin 12 Jahre zur Schule gegangen und, glaubt mir, das kam mir verdammt lang vor.

Aber Spaß beiseite. Nein, 12 Jahre sind angesichts der Herausforderungen, denen wir uns gegenüber sehen, kein langer Zeitraum - im Gegenteil. Wir haben 12 Jahre Zeit, ein Gesellschaftsmodell zu entwickeln und auch tatsächlich umzusetzen (!), das es den Menschen - überall auf der Welt - ermöglicht solidarisch miteinander und vor allem in Einklang mit der Natur zu leben.

Das ist kein moralischer Appell irgendwelcher „Ökospinner“, sondern schiere Notwendigkeit, wenn wir das Überleben der Menschheit und aller anderen Lebewesen auf dieser Erde sichern wollen. Es geht darum, die eine Welt als (materielle) Basis unser aller Leben zu respektieren und zu wahren.

Wir haben 12 Jahre Zeit, unseren Lebensstil radikal zu überdenken und zu verändern. Mit „Lebensstil” meine ich hier ausdrücklich Konsum UND Arbeit. Ich denke, vor allem der Arbeit wird in der Klimadebatte häufig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Produktion, die Art und Weise wie und welche Produkte wir herstellen, hat immense Auswirkungen auf die Klimakatastrophe.

Sollte sich die Wirtschaft in den nächsten 30 Jahren so weiterentwickeln, wie sie es in den vergangenen 30 (Jahren) getan hat, steuern wir unweigerlich auf eine Erderwärmung von min. 4°C bis zum Ende des Jahrhunderts zu – mit katastrophalen Folgen. Ein erheblicher Teil der Arten würde aussterben. Überall auf der Welt käme es zu Nahrungsmittel- und, Wasserknappheiten, in Südeuropa würde nahezu ständig Dürre herrschen, Teile der USA und des Nahen Ostens würden durch die Hitze unbewohnbar, Hafenstädte wie Hamburg, Mumbai oder New York würden absaufen, Menschen würden millionenfach in die Flucht getrieben, zahlreiche Kipppunkte überschritten - die Katastrophe damit unumkehrbar. Das wäre das Ende der Welt - wie wir sie kennen.

Doch während sich alle Welt darüber den Kopf zerbricht, wie sich diese dramatischen Entwicklungen aufhalten lassen, wie man Treibhausgase reduzieren und aus der Atmosphäre verbannen kann, ist das genaue Gegenteil immer noch das Geschäftsmodell von Unternehmen wie BP, Chevron, Exxon Mobile, Gazprom und RWE. Nämlich fossile Brennstoffe zu fördern. Sie verdienen ihr Geld mit Kohle, Öl und Gas. Sie verdienen ihr Geld mit der Freisetzung von Treibhausgasen und der Zerstörung der Natur. Sie verdienen ihr Geld mit Umweltschäden. Und vor allem verdienen sie ihr Geld mit der Klimakatastrophe!

Während wir darüber reden wie sich die Treibhausgase in der Atmosphäre reduzieren lassen, verdienen diese Unternehmen nach wie vor jeden Tag hunderte Millionen Euro damit das Klima zu zerstören, indem sie kontinuierlich weiter bohren, baggern und verbrennen. Aber damit muss jetzt Schluss sein!

In Deutschland hat die sog. „Kohlekommission“ über den Ausstieg aus der Kohle verhandelt. Selbstverständlich waren die Mitglieder nicht demokratisch gewählt. Natürlich wurde die Opposition nicht miteingebunden. Selbstredend fanden die Verhandlungen im Geheimen, hinter verschlossenen Türen. Herausgekommen ist ein „Kompromiss“, falls man das so nennen kann: Kohleausstieg bis 20-38. Ein fauler Kompromiss, man kann es nicht anders sagen. Viel länger wären die meisten Kraftwerke aus Altersgründen eh nicht mehr gelaufen, einige Betreiber haben die Laufzeiten sogar extra noch verlängert, um sich die Abschaltung von der Politik noch ordentlich vergolden zu lassen. Allein RWE verlangt für jedes stillgelegte Gigawatt bis zu 1,5 Mrd. Euro, heißt es.

Aber auch abgesehen von der wirtschaftlichen Irrationalität dieses Kompromisses ist ein Kohleausstieg bis 20-38 inakzeptabel. Wir müssen das Klimaabkommen von Paris einhalten. Das ist schlichtweg eine ökologische Notwendigkeit. Aber dafür müssen die schmutzigen Kohlekraftwerke bis spätestens 20-30 vom Netz. Genau das fordern wir, von FridaysforFuture, ebenso wie eine sofortige Abschaltung von einem Viertel der Kraftwerke bis Ende diesen Jahres!

Die Politik ist entweder nicht gewillt oder nicht in der Lage sich gegen die Macht der Konzerne aufzulehnen, vielleicht weil sie ohnehin schon viel zu eng miteinander verzahnt sind. Aber wir haben die Notwendigkeit eines schnellen Kohleausstiegs erkannt und wenn die Politik sich verweigert, müssen wir die Sache selbst in die Hand nehmen. Wie soll das gehen, werden sich da einige zu Recht fragen?

Das Bündnis EndeGelände bietet hier konkrete Lösungen und Handlungsvorschläge. Die Aktivistinnen und Aktivisten von EndeGelände stehen für einen Kohleausstieg von unten, d.h. durch die Bevölkerung selbst. Sie bedienen sich dazu vor allem dem Mittel des friedlichen, zivilen Ungehorsams. Im letzten Jahr haben sie mit ihrer Massenaktion im Hambacher Forst über Stunden und sogar die eisige Nacht hindurch die Kohleinfrastruktur von RWE lahmgelegt. Sie haben die Gleise der Kohlebahn, die die Kohle von der Grube zum Kraftwerk transportiert, besetzt, und so ganz praktisch – zumindest für einige Stunden – für einen symbolischen Kohlestopp gesorgt.

Schaut man sich die Geschichte an, erkennt man, dass vieles von dem, was wir heute für selbstverständlich halten, durch Druck von unten und nicht zuletzt durch zivilen Ungehorsam erkämpft werden musste. Grundlegende Arbeitsrechte oder die Überwindung der Rassentrennung in den USA sind nur zwei Beispiele dafür.

Denn Gesetze sind eben nicht zwangsläufig gerecht, sondern immer auch Ausdruck gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten der jeweiligen Zeit. Daher ist längst nicht alles, was legal ist, auch legitim. Viele von euch werden den Satz kennen: „Wenn Unrecht zu Recht wird, dann wird Widerstand zur Pflicht!“ Nehmt ihn ernst. Die Zerstörung des Planeten ist nichts als himmelschreiendes Unrecht.

Daher lasst uns alle bei der nächsten Aktion von EndeGelände dabei sein. Vom 19. – 24. Juni ruft das Bündnis wieder zu Massenaktionen zivilen Ungehorsams gegen die Kohleinfrastruktur von RWE im Rheinland auf. Die verschiedenen Möglichkeiten dabei zu sein, könnten vielfältiger nicht sein. Die Aktivistinnen und Aktivisten von EndeGelände zählen auf uns. Nur gemeinsam, im Kollektiv können wir etwas erreichen und ein Zeichen gegen die Kohle und für das Klima setzen.

Dankeschön.


Pressemitteilungen: DIE LINKE. Bayern

Nach dem Landesparteitag: LINKE plant flächendeckenden Antritt bei den Kommunalwahlen 2020 und unterstützt das Volksbegehren "uns glangt´s! Mieten-Stopp in Bayern"

„Das Thema Miete ist ein zentrales Thema für uns als LINKE und wird in der Kommunalwahl eine wesentliche Rolle in der politischen Arbeit vor Ort spielen. Daher ist es selbsterklärend, dass wir auch die Unterstützung des Volksbegehrens beschlossen haben!" Weiterlesen

Gemeinsam gegen antimuslimische Hetze!

„Angesichts des schrecklichen, rassistischen Anschlags in Christchurch, aber auch der Tatsache, dass die Haci Bayram Moschee bereits 2015 Opfer eines Anschlags wurde, sehe ich die Entwicklung mit großer Sorge. Damals konnte der Imam zwar Schlimmeres verhindern, doch die Drohmails von gestern zeigen, wie hoch die Gewaltbereitschaft unter den islamfeindlichen Menschen ist. Die Drohungen müssen deshalb vor allem als Weckruf gelten.“ Weiterlesen

Die Privatisierung der Post war ein Grundfehler!

„Seit der Privatisierung der Post hat die Belastung auf beiden Seiten zugenommen. Sowohl für die Mitarbeiter*innen als auch für die Kund*innen ist alles stressiger geworden. Seit der Markt in der Post- und Paketzustellung geöffnet wurde, sehen sich die Mitarbeiter*innen massivem Konkurrenzdruck ausgesetzt, während die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden. Gleichzeitig klagen Kund*innen immer öfter über Verspätungen, nicht zugestellte Pakete oder schlechten Service. Die Qualität sinkt stetig. Für uns als LINKE ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass die Infrastruktur in die öffentliche Hand gehört. Essenzielle Dinge wie Gesundheit, Wasserversorgung, Bus und Bahn, aber auch die Post müssen von staatlicher Seite bereitgestellt werden. Weiterlesen